Mittwoch, 8. April 2015

Natto fuer Dummies :)

Natto (fermentierte Sojabohnen) und ich waren ja anfangs überhaupt keine Freunde – allein schon der Geruch erinnert an etwas Verrottetes, das man dringend wegwerfen sollte. ;) 
Weil es aber erstens sehr günstig, zweitens sehr speziell japanisch und drittens auch noch supergesund und vegan ist, wollte ich mich mit meiner Abneigung nicht so richtig abfinden… und so habe ich mich sozusagen „trainiert“, natto zu mögen :D (Das erste Mal, als ich es gegessen habe, habe ich es auch falsch gemacht: Den -sehr scharfen- Senf nicht richtig verrührt und keine weitere Soße draufgemacht. Das konnte ja nix werden.)

Jetzt vertragen wir uns gut :) 
Damit ihr euch die ganze schleimige Sache besser vorstellen könnt, gibt’s statt Fotos einen kleinen Clip:



Sonntag, 5. April 2015

Okazaki Shrine - Rabbit Town



Ich habe ja schon erwähnt, dass die Schreine oft bestimmte Botschafter-Tiere beherbergen (Wildschweine, Füchse, Mäuse, Ochsen usw.) – und ausgerechnet heute am Ostersonntag besuchen wir den Okazaki-Schrein. Ohne es vorher gewusst zu haben: Alles ist voller Kaninchen! Eine einzige Kaninchenstadt :D Das kann doch kein Zufall sein…  
Reinigung vorm Gebet unter Aufsicht von Mister Oberhase
Der Schrein wurde 1178 für die Kaiserin errichtet, die ein Kind erwartete – also genau genommen nicht für die Kaiserin, sondern für den Gott und die Göttin der Geburt (easy childbirth). Und deren Botschafter sind eben Kaninchen… Kaninchen sind ja auch bei uns berühmt für ihre Fruchtbarkeit und schnelle, eifrige Fortpflanzung. ;) Wenn man also ein Kind möchte/erwartet, dann ist das die Adresse der Wahl. Ich finde interessant, dass die Kaninchen in mehreren Kulturen offenbar mit Geburt/Neuanfang in Zusammenhang stehen. Während wir die „Kaninchenstadt“ erkunden, kommen (trotz andauernden Regens) Gläubige zum Schrein – darunter ein junges Paar, das zusammen klingelt und betet, und sogar ein Paar, sie schwanger, mit Mutter und Vater, die alle vier ganz offensichtlich um eine gute Geburt für die werdende Mutter bitten. :)
Gebetstaefelchen im Hasenschrein: Schon recht osterlich, oder?
Ein schöner Ort. Ich liebe die Kaninchen. Insbesondere auch die Kaninchen-Wächter, die genau wie die Komainu (Löwenhunde) mit ihren Mündern das A-OM formen. Sie werden allerdings von den Komainu verstärkt; vielleicht reichen Kaninchen allein nicht aus, um böse Geister abzuhalten. Sie sind vielleicht doch eher besser in anderen Dingen, die mit Geburten in Zusammenhang stehen. 
Kaninchen-Waechter Nummer 1
Kaninchen-Waechter Nummer 2
 Wie in allen Schreinen gibt es die Möglichkeit, kleine Glücksbringer, Figuren, Losungen etc. zu kaufen (ich schreibe: „gibt es die Möglichkeit“, muss dazu aber betonen, dass geschätzt einer von zehn Menschen, die in den Schrein spazieren, nichts für die Kami kauft und vielleicht einer von zwanzig Schreinbesuchern keine Münze vorne in die Opferkiste wirft, um anschließend zu klingeln und zu klatschen und zu beten. Vielleicht ist es frevelhaft, ohne vorherige Bezahlung zu beten. Klar, die Währung der Yen bietet theoretisch die Möglichkeit, extrem kleine Münzen zu wählen, sodass man für ein Gebet vielleicht 1 oder 2 Cent zahlt. Das tun die Leute aber nicht, insbesondere nicht die Gläubigen. Sie lassen sich die göttliche Unterstützung schon was kosten. Auch irgendwie logisch – man will den Kami ja nicht durch Geiz vergraulen… 

Frohe Ostern :)
Kaninchen-Opfergaben, falls man ein Baby haben moechte - so goldig!

Anyway, so viel zum Kaninchenschrein. 
Diese Berliner Schokohasen wussten bestimmt nicht, wie ihnen geschah, als sie nach langer Reise im dunklen Koffer ploetzlich in Asien das Tageslicht erblickten :D Ich war jedenfalls sehr ueberrascht!

Samstag, 4. April 2015

Mystic Rain


Heute hat uns dann doch das typische Kyoto-Wetter eingeholt, nachdem es sich die letzten Tage ja von einer traumhaft frühlingswarmen Seite gezeigt hat. Jetzt erleben wir mal die Seite von Kyoto, die in den japnaischen Filmen immer dann urplötzlich zum Vorschein kommt, wenn Hauptdarstellerin und Hauptdarsteller sich schnell und optisch auf möglichst interessante Weise näherkommen sollen – auch Hollywood greift gerne auf dieses Mittel zurück, aber in japanischen Filmen wirkt es einfach authentischer: Richtig. Regen. Heute ein beständiger, nicht abbrechender Regen - kein urplötzlicher, sturzbachartiger, sodass der Protagonist der Protagonistin edelmütig seinen Regenschirm leiht und anschließend pudelnass ist (die Protagonistin hat aus Prinzip nie einen eigenen Regenschirm dabei, obwohl hier im „realen Kyoto“ der Regenschirm das Accessoire Number One zu sein scheint. Auch bei hübschen jungen Damen übrigens.) Aber ist ja auch kein Film, sondern echt. Obwohl ich mir immer noch oft wie im Film vorkomme. Das liegt teilweise bestimmt daran, dass ich viele japanische Filme geschaut habe und jetzt plötzlich live vor Ort bin, aber auch ohne diese Vorkenntnisse ist Kyoto einfach so irreal... so irreal detailliert, wunderschön, paradiesisch-malerisch, zuckersüß, liebenswürdig, kirschblütenrosa. Daran ändert sich selbst im Regen nichts, obwohl diese Art von Wetter gewöhnungsbedürftig ist. Ich habe mir aber fest vorgenommen, mich daran zu gewöhnen (ein Prozess, den die Japaner glaube ich kurz nach ihrer Geburt bereits abgeschlossen haben).

raining raining raining...


Da wir aus Budget- und Orientierungsgründen noch immer aufs Fahrrad als Transportmittel zurückgreifen, müssen wir uns natürlich entsprechend wetterfest verpacken und laufen den ganzen Tag wie kleine blaue Müllsackaliens durch die Straßen, was nicht nur ich, sondern auch die japanische Öffentlichkeit ziemlich erheiternd findet. Von denen schwingt sich natürlich kaum einer aufs Fahrrad, und es trägt auch niemand eine Regenjacke – die Damen und Herren sind wie immer bis ins Detail gepflegt, gestriegelt und gekämmt, in Seide und kostbare Sommermäntel gehüllt, das Haar sorgfältig hochgesteckt und mit Kirschblütenattrappen verziert. Der einzige Schutz gegen den Regen ist der Regenschirm – der würde mir übrigens bei einem kurzen und zügigen Fußweg vom Auto zum Schrein auch ausreichen. Nach diesem kurzen Fußweg wird dann oft mit einem Taschentuch sorgfältig das Regenwasser von den Schuhen und der Jacke getupft (kein Witz), damit man wieder wie frisch aus dem Ei gepellt ausschaut. 
 
Muellsack-Alien "aus dem Westen"
 Klar, dass wir in unserem knisternden Müllsackoutfit da ein bisschen auffallen. Auffallen tun wir sowieso, weil wir halt doch offensichtlich aus dem Westen kommen und sich viele Japaner daran ganz offensichtlich noch nicht gewöhnt haben (obwohl wir, da bin ich absolut sicher, nicht die ersten Touristen hier sind!) – aber dann noch im sexy Folienschutzmantel auf die Bühne zu latschen, ist natürlich gewissermaßen die Krönung. -Egal. Was soll man machen? Ich war auch trotz Jack-Wolfskin-Jacke und Müllsackumhang am Ende des Tages nass genug, insbesondere an den Füßen, Ärmeln, Hosensäumen und Haaren. Das Schöne am Kyoto-Regen ist, im Vergleich zu „deutschem Regen“, dass er zwar genauso nass ist, aber die ihn umgebenden Temperaturen sehr viel angenehmer sind – so ein ganz dezenter Treibhaus-Effekt, man könnte auch sagen schwül-feucht, was immerhin dafür sorgt, dass man nicht anfängt zu schlottern, sobald man nass ist. Wie Laszlo mir bereits prophezeite: Man gewöhnt sich dran. Man ist sozusagen die ganze Zeit feuchtwarm. Wie ein Pilz. :D

Und das ist noch gar nix gegen den Sommer, den ich mir nicht als Reisezeitraum aussuchen würde – 30°C und 100% Luftfeuchtigkeit. Viki sagt, die Leute sind dann einfach dauernd nass und keiner weiß, ob es Schweiß ist oder Regen. Da ist dann das Accessoire Number One ein Handtuch (oder mehrere). Schön, oder? 

Aus der Serie Mushishi: Genau so verwunschen sehen die Berge bei Regen aus...
Die Schwüle hat übrigens noch eine schöne Seite: Sie kreiert wabernde Nebelbänke im Panorama-Hintergrund und lässt die waldigen Berge rund um Kyoto genau so aussehen wie die goldenen Wandbemalungen in den Tempeln: Der Dampf hängt in den dunkelgrün-rosa-scheckigen Wäldern und sieht, trotz nass und feuchtwarm, einfach nur toll aus. Mystisch. Mushishi-artig. Ich liebe Mushishi (eine japanische Anime-Serie) und habe alle Episoden mehrmals „verschlungen“, völlig fasziniert von der Stimmung, der Atmosphäre und den Ideen dahinter, und ich habe mich immer gewundert, wie die Autorin auf so krasse Phantasien kommt. Jetzt, wo ich Kyoto kennen lerne, wundert mich gar nichts mehr. Geister, Waldwesen, Magie, Mystik, Übernatürliches, große und kleine Naturgötter – Kyoto und das Leben hier sind voll davon! 

Kleiner Waldschrein mit Maeusen

Wir radeln jedenfalls durch den Regen in den Osten der Stadt, wo sie leicht ansteigt und dann von waldigen Bergen umsäumt wird. Dort, in der Übergangszone zwischen Stadt und Wald, finden sich ganz viele Tempel und Schreine. Man kann nur vermuten, wie das Leben hier früher mal gewesen sein muss. Die Flüsse führen kristallklares Wasser, und obwohl sie nicht tief sind, sind sie voller frisch-fröhlicher Fische (auch heute noch!) und sogar ein paar Schildkröten. Die Wälder sind absolut sattgrün, reich und prächtig, bei diesem Wetter wachsen natürlich viele Farne, Moose (und bestimmt auch viele lustige Pilze!) und eben die japan-typischen total filigranen Bäume mit ihren tausendfach verknorpelten Ästchen und den superfeinen winzig-detaillierten Blättchen, Früchtchen und Knöspchen in allen Formen und Farben. 
Sakura - liebliche, filigrane Schoenheit im Ueberfluss
 Dazu die Kirschbäume – Sakura – mit ihrem unwiderstehlich lieblichen Weiß- oder Rosaschaum, der aus ganz vielen kleinen Blüten besteht, von denen jede einzelne so perfekt ist, dass die Asiaten tatsächlich jedes Jahr aufs Neue Millionen von Nahaufnahmen von ihnen schießen. Wenn man viele japanische/chinesische Facebookfreunde hat, kann man während der Sakura-Saison bestimmt seitenlang gepostete Kirschblütenfotos bewundern :D Ich bin ein bisschen vom Thema abgekommen. Von der Vorstellung, wie das früher wohl war. Der ganze Waldrand ist voller kleiner und größerer Schreine, und jeder einzelne Schrein für sich ist absolut paradiesisch. Ich liebe sie so sehr!
 
Ein besonders verwunschener, alter Schrein, etwas versteckt am Waldrand.
Bewacht von einem Falken (links) und einem Affen (rechts)
Ich liebe die Natur ja grundsätzlich und fühle mich seit jeher hingezogen zu verwunschenen Waldquellen, besonders alten und mächtigen Bäumen, Lichtungen voller saftigem Farn usw… und hier wurde praktisch aus jeder dieser Stätten ein kleines Heiligtum gemacht. Wenn ein Plätzchen so wunderschön ist, dann muss es der Aufenthaltsort oder die Wohnung/Manifestation eines göttlichen Wesens sein. Völlig klar. Also wird eine entsprechende „Wohnung“ errichtet, voller klitzekleiner Details, voller Liebe zur Natur, und voll von mystischen Vorstellungen und Fabelwesen. Wobei, natürlich nicht „Fabel“wesen, sondern göttliche Botschafter, die in Form von Tieren auftreten. Und da kann man dann jeden Tag hingehen – was man sowieso gerne tut, weil einem solche Plätzchen in der Natur so viel Ruhe, Kraft und Energie schenken – und Zwiegespräche mit dem entsprechenden Kami halten. 

Ich habe festgestellt, dass meine Vorstellungen von „Zwiegesprächen mit dem entsprechenden Kami“ total "westlich" (?) sind. Beziehungsweise so, wie ich eben aufgewachsen bin – in der Kirche ist man leise, ernst und feierlich. Alles ist groß, respekteinflößend, formal. Vor allem der Ernst, die feierliche, besinnliche Stimmung war in mir total mit Glaubensritualen verknüpft. Das fällt einem natürlich erst auf (wie so vieles), wenn man das Gegenteil erlebt: Die Leute „latschen“ an den Schrein heran, lachen, klingeln, klatschen, verbeugen sich, murmeln ihre Anliegen (ich würde so gern verstehen, was sie sagen!), lachen wieder… sie sind ganz leicht und fröhlich und scherzen oft! An einem Schrein, der „nur“ ein großer Felsblock war und auch nur mit japanischen Schriftzeichen betitelt war (sodass ich keine Ahnung habe, mit wem man da Kontakt aufnehmen kann), habe ich eine junge Frau beobachtet. Sie las die Inschrift, fing dann an auf typisch japanisch-süße Art herzlich zu lächeln, als hätte sie gerade jemanden getroffen, den sie sehr liebt und schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat, und fing an mit ihrem Gebetsritual, wobei ihr das Lächeln die ganze Zeit auf dem Gesicht blieb. Ich musste auch lächeln beim Zusehen – und da fiel mir das auf, wie schön das ist, wie anders die Beziehung zu den Gottheiten/Geistern auf diese Art und Weise sein muss – voller Freude, Liebe und Leichtigkeit, so als seien die Kami „auch nur Menschen“. Sind sie auch, gewissermaßen, zumindest sind sie viel menschlicher als die meisten Götter aus den bekannten Weltreligionen. Ein bisschen wie die Götter aus dem alten Rom – mit Ecken und Kanten. An fast jedem größeren Schrein steht auch ein hübscher Vorrat an Sake-Fässern, und vor die kleinen Schreine im Wald stellen die Leute oft Gläser/Tassen mit Sake. Hm, Christen trinken auch Wein in der Kirche… Christen, wohlgemerkt; Gott/Jesus wird meines Wissens nach keiner angeboten. Wäre mal eine Idee. :) 
Sake fuer die Kami
Sehr süß finde ich auch, dass die Statuen der Gottheiten (meist in Tierform) oft ganz liebevoll geschmückt und bekleidet werden, z.B. mit Blumen- oder Pflanzenkränzen, einem roten Bet-Tuch um den Hals oder den roten Blüten, die bereits vom Baum gefallen sind (nie würden die Japaner die Blüten pflücken. Sie haben so großen Respekt vor der Natur, dass z.B. auch niemand Kirschblüten pflückt, und wenn die Leute Hanami feiern und unter den Bäumen picknicken, lehnt sich nie jemand an den Baum. Es werden auch keine Fahrräder oder sonstwas an Bäume gelehnt. Und wenn Bäume irgendwohin wachsen, wo sie sich nicht mehr selbst halten oder ausbalancieren können, werden sie nicht etwa abgesägt oder gestutzt, sondern man baut kunstvolle Holzgestelle und –konstruktionen, um die Äste zu stützen. Der Baum wird schon wissen, wo er hinwill! Ich finde das toll.)

Maus-Guardian mit offenem Mund beginnt das AOM: "AO-

Maus-Guardian mit geschlossenem Mund beendet es: "-M"
(man betrachte die goldige Blumendeko)

Shinto verehrt ja nicht nur Kami, sondern auch die Geister der Ahnen, was eine Erklärung dafür sein könnte, warum die Friedhöfe so ausgefeilte Kunstwerke sind. Jedes einzelne Grab ist ein kleiner Schrein, voller detaillierter Pflänzchen, Blümchen, Gebetstafeln usw.! In Deutschland kamen mir Friedhöfe immer unvermeidlich tot vor, und manchmal ergriff mich sogar eine etwas unangenehme Stimmung („Gruseln“ wäre zu viel gesagt, aber eben doch so ein Gefühl, dass immerhin offensichtlich das Bedürfnis für folgenden Gedanken bestand: Das sind nur tote Menschen. Das ist alles ganz natürlich.) Auf den Friedhöfen hier würde einem dieser Gedanke glaube ich nicht kommen. 
 
Friedhof / Schreine fuer die Geister der Ahnen
Das Gefühl, das ich habe, ist ganz anders, als würde man von einer freundlichen, warmen Energie empfangen – nicht von kalten „sterblichen Überresten“. Und die Menschen genießen offenbar den Kontakt mit den Vorfahren, schreiben ihnen Botschaften, bringen Blumensträuße (ja, ich weiß, das tun wir „Westerner“ auch) und bekommen einmal pro Jahr Besuch von ihnen. Im August, glaube ich. :D Da kommen alle Geister zu Besuch ins Diesseits, und zu Ende der Besuchswoche werden auf fünf Hügeln rund um Kyoto riesige Buchstaben angezündet (ja, mit Feuer), die den Geistern den Weg zurück ins Jenseits weisen. (Okuribi)


brennender Buchstabe ueber der Stadt, als Wegweiser fuer die Ahnen (Quelle: Internet) :)

Ihr seht schon, warum man hier leicht einen Kulturschock bekommen kann. Praktisch alles ist anders, alles so neu, so faszinierend, und ich sauge so viel ich kann in mir auf. Und dann bin ich oft auch noch emotional sehr empfänglich für Energien aller Art… sodass sich ganz neue innerliche Welten öffnen, für die es absolut keine Worte gibt. Macht aber nix. Vielleicht finde ich eines Tages einen Weg, sie auszudrücken.

Montag, 30. März 2015

Abenteuer "Essen in Japan"


Essen ist ja schon ein ganz wesentlicher Bestandteil einer Japan-Reise – es ist unglaublich (für mich), wie viele neue Geschmacksrichtungen sich hier erkunden lassen! Und das trotz vegetarisch. (Vegan essen auf Reisen ist mir echt zu kompliziert... einen Monat mal gelegentlich Käse, Ei oder Milch irgendwo drin zu haben werde ich aushalten.)
Die Menge von neuen Geschmäckern verhundertfacht sich praktisch, wenn man (nur) Fisch hinzufügt. Aber auch so bin ich über vieles total überrascht!
Ein Faktor, der die Überraschung definitiv noch steigert, ist natürlich die Sprachbarriere, die ich so zum ersten Mal erlebe… in Botswana sprachen die Angestellten zumindest auch Englisch, aber hier versteht man einfach gar nix und kann vor allem nicht mal lesen, was insbesondere beim Foodshopping ohne Übersetzer schwierig wird, wenn man kein Fleisch und keinen Fisch essen möchte. (Und einfach fragen ist auch nicht so einfach, weil Englisch nicht so weit verbreitet oder oft nur echt schwer verständlich ist). Man kauft dann zum Beispiel ungefähr sowas:


…knabbert es vorsichtig an und stellt fest, dass es a) in Algen eingewickelter Reiskuchen ist (best case), b) zunächst wie Reiskuchen wirkt, innendrin aber voller mysteriösem Fischgetier ist, c) Reiskuchen mit rosa Flöckchen drin ist, die am ehesten noch wie Thunfisch riechen, d)……lass deiner Fantasie freien Lauf.
Vielleicht muss ich die Zeichen für Fisch, Huhn, Schwein und sowas lernen. Da wäre mir eventuell bei der Essenswahl geholfen.


Fazit: Essen in Japan ist ein großes Abenteuer! Ich koche ja total gerne neue Rezepte aus aller Herren Länder nach, die mich oft auch überraschen, aaaber ich koche eben doch meistens mit Zutaten, die man in deutschen Supermärkten kaufen kann. Da es hier bereits total andere Dinge zu kaufen gibt, habe ich bereits Geschmäcker kennengelernt, die ich so noch nicht erlebt habe. Manche Dinge lassen sich noch ganz gut beschreiben bzw. mit irgendetwas Bekanntem vergleichen, zum Beispiel „Miso-Suppe“, die ich vorher nicht kannte – schmeckt ein bisschen mais-ig, salzig, aber sehr lecker! Man kann alles reinwerfen, z.B. Reisnudeln und Gemüse, womit sie sich perfekt für ein schnelles Abendessen nach einem langen Sightseeing-Tag eignet. Es gibt natürlich auch ganz viel Gemüse, das ich nicht kenne. Manches davon habe ich in Berlin im Asia-Laden schon bewundert, aber nie gekauft. Das wird sich jetzt ändern ;) Ausprobiert habe ich bereits diese lustigen Pilze (das „lustig“ bezieht sich wirklich auf die Pilze, nicht auf den Gemütszustand, den manche Pilze hervorrufen), vielleicht kann man die auch in Deutschland kaufen, aber ich kannte sie vorher nicht: 

Weitere neue Geschmäcker, die mich erstaunt haben: Der ganz einfache, günstige Tofu, den man hier kaufen kann. Schmeckt total anders als der „deutsche“ Tofu, viiiiel leckerer, eignet sich prima als „Brotaufstrich“, so etwa wie das Weiße vom Rührei, und ist auch noch total gesund. Ebenfalls gesund ist natto (which I might be misspelling right now), das sind fermentierte Sojabohnen, die man in kleinen katzenfutterähnlichen Schälchen kaufen kann und dann eine Senf- und eine Fischsoße drüberkippt, für einen schnellen und sehr gesunden Snack. Ich habe das Ganze ohne Fischsoße probiert und es hat mir fast den Magen umgedreht! Wenn Dinge keine tierischen Bestandteile haben und außerdem noch gesund sind, gebe ich ihnen ja gern noch eine zweite Chance – ich gab „natto“ auch eine dritte – und musste dann trotzdem kapitulieren. Vielleicht ist es die Fischsauce, die das Zeug geschmacklich erträglich macht.

natto - fermentierte Sojabohnen
Auch total neu für mich ist „kognac“, das ich in Form eines veganen Hamburgerbratlings kennenlernte. Ziemlich kaugummiartig, bräunlich und leicht schleimig-glibberig, und wenn man es mit irgendetwas vergleichen will, dann mit meiner Erinnerung an den herben Geschmack von Rindfleisch. Aber nur entfernt. Im Supermarkt wird es in durchsichtigen Päckchen verkauft und sieht aus wie – Glibber in allen Farben und Formen.
Offenbar sind sehr viele Dinge Wurzeln oder aus Wurzeln gemacht ;)

Super abenteuerlich und spaßig ist es auch, durch Foodstores zu schlendern. Man bekommt überall Süßigkeiten, Naschereien, marinierte verschiedenste Wurzeln, Brotstücke, gebackene Süßkartoffeln usw. angeboten, und das Meiste davon ist geschmacklich mit nichts zu vergleichen, was ich je zuvor probiert habe. Aber – happy to say – durchgehend angenehm! (Abgesehen von „natto“, damit komme ich einfach nicht klar. Ich habe ihnen beim Sushi-Essen noch eine Chance gegeben, aber konnte mich nicht dazu durchringen, alle vier natto-Sushiröllchen aufzuessen.)

Es gibt zum Beispiel Süßigkeiten, die von der Konsistenz am ehesten an Marshmallows erinnern, aber noch weicher sind und auf der Zunge zerschmelzen. Sie sind in irgendeinem Puder gerollt und, wie ich im Nachhinein erfuhr, aus Kohl gemacht. Angenehm! Vielleicht finde ich noch raus, wie sie heißen.
In einem Matcha-Feinkostladen habe ich mich ebenfalls durch alle Matcha-Kekse und –Schwammkuchen probiert, alles natürlich in grüner Farbe, inklusive dem Matcha-Eis (das gab’s nicht umsonst ;) ). Aoi, Laszlos gute Freundin, hat uns darauf gebracht – so lecker!!! Wie gesagt: Habe nie etwas Derartiges gekostet, kann es geschmacklich mit nichts vergleichen. Es gibt auch „Matcha au lait“, warm, hellgrün, ebenfalls superlecker. (Die Japaner scheinen Frankreich sehr zu mögen!)


Auch wenn ich auf dem Foto nicht so aussehe: Matcha-Eis ist super!!! :D
Sushi-Essen muss natürlich auf jeden Fall sein, schließlich sind wir ja in Japan! Auch wenn für mich natürlich der Hauptteil wegfällt, macht es trotzdem sooo viel Spaß!!! Allein schon, was da alles an einem vorbeifährt! Krass! Wenn man vor nichts zurückschreckt, macht es sicher Spaß, sich einfach irgendwas vom Band zu holen. Ein paar Sachen darf ich auch für Laszlo aussuchen, hehe :D Sie haben die Wahl: Hundert verschiedene Fischsorten, Krabben, Tintenfische, Zermalmtes, Kaviar, undefinierbare Fleischfetzen usw. – alles optisch sehr ansprechend, eingewickelt in Algen“papier“, in/auf Klebereisröllchen drapiert. Dazu kann man scharfen eingelegten Ingwer essen und Wasabipaste, aber die war nicht sehr nett zu mir. Irgendwie gelangte sie beim Essen in meine Nase und hat mir auf faszinierende Art und Weise in entfernten Ecken meines Kopfes brennend-stechende Schmerzen verursacht, die ich so noch nicht erlebt habe (die entfernten Ecken meines Kopfes übrigens auch nicht). Meine Nase und Augen fingen wie Sturzbäche an zu fließen und ich brauchte ein bisschen Zeit zur Re-Orientierung. Seither bin ich mit Wasabi tendenziell vorsichtig. 
Sushi!
Mein Lieblings-Sushi-Restaurant ist wohl "typisch japanisch" – bunt, laut, lustig, für Spielkinder! Man hat einen großen Bildschirm, über den man bestellen kann und das Bestellte kommt dann auf einem Extraband angezischt, während ein kleiner Manga-Ober auf dem Bildschirm „atschigatschi hishimashi hakanuki koseimaaaaas“ sagt und sich verbeugt. Natürlich kann man auch einfach Sushi vom Band picken (und, ja, es gibt ein bisschen vegetarisches, sogar veganes Sushi. Nach Fisch schmeckt das allerdings auch, wegen der Algen. Sogar der grüne Tee schmeckt irgendwie „fischig“, aber mir wurde versichert, dass da keine Fischbestandteile drin sind. Machen alles die Kräuter.)
eine kleine Sushi-Auswahl (das linke mit Mayo&Mais ist immerhin vegetarisch)

bestes Spaß-Sushi-Restaurant! Man beachte die kleinen Bildschirme an jedem Tisch :)
 Wenn man die Teller leergegessen hat, wirft man sie durch einen Schacht, um laute „Ping“ „Päng“ „Pzzzzitschuuuu“ Geräusche erklingen zu lassen. Nach jedem fünften Teller hat man die Chance, zu gewinnen: Auf dem Bildschirm versucht dann ein kleiner japanischer Anime-Held einige Samurai zu bekämpfen (oder ein Baseball-Spiel zu gewinnen, oder oder oder, er macht immer was anderes). Wenn er gewinnt, gewinnt man und bekommt ein kleines Geschenk. Aber er verliert öfter, als dass er gewinnt. Sprich, man sollte auf jeden Fall mindestens zehn Teller leeressen, damit man gute Gewinnchancen hat *g*


Chinesisches Essen
Aoi, Laszlos und jetzt auch meine Freundin :), hat ein chinesisches Restaurant und ist sehr gastfreundlich, lieb und großzügig, sie hat uns abends schon eingeladen und so tolle Sachen aufgetischt – eieiei :D Ich hab das Foto gemacht, weil ich dachte, das ist das ganze herrliche Menü, aber es war nur die Vorspeise…

being treated very very well here! :)
 Alles war sehr lecker und das meiste auch neu für mich, z.B. chinesische Dumplings (vegetarisch gefüllt, extra für mich), die ein bisschen an kleine Maultaschen erinnern, gedünsteter Chinakohl mit Chillisoße, gedünstete Gürkchen in leckerer Sauce, selbst gemachte gebratene Nudeln mit Bambus, Karotte, Schrumpelpilzen und Sauce, ein Gurken-Karotten-Kartoffelsalat (hat NICHTS mit dem Kartoffelsalat gemein, den man in Deutschland kennt – die Kartoffeln sind fast roh und werden geraspelt, schmecken auch nicht wie man es von Kartoffeln kennt, aber sehr lecker), Obst mit Mandelpudding und kleine Kugeln, die aus Reisgluten gemacht sind, außen Sesam und innen eine süße Bohnenpaste haben. Dazu Jasmintee mit einer echten hübschen Jasminblüte drin. Yumm yumm yumm…

Jasmintee mit echter Blüte - very special
Home-Kitchen
Manchmal kochen wir natürlich auch selber, man kann ja nicht die ganze Zeit auswärts essen (kann man schon, aber irgendwann ist das Reisebudget dann aufgebraucht ;) ). Miso-Suppe ist einfach & schnell zu machen und easy zu variieren, aber es macht auch Spaß, einfach irgendwelches Gemüse im Supermarktangebot zu kaufen und damit „irgendwas“ zu kochen. Ich liebe Gemüse!!! Und insbesondere all die neuen Sorten, mit denen ich experimentieren kann. Das hier war zum Beispiel ultra-lecker:


Zutaten: Lustige Pilze, Grünzeug und Bambussprossen :)


Grünes Kraut-zeugs, verschiedene lustige Pilze und Bambussprossen. Gebraten mit Reiskuchen und zum Schluss Kokosmilch drüber schmelzen lassen. So gut! Ich liebe die großen fetten Pilze, die schmecken sehr aromatisch. Und gesund ist es auch, da man alles nur sehr kurz dünsten muss und schon schmeckt’s, ohne dass man zu viele Vitamine kaputtkocht.
Endergebnis: Lecker! :D
So, wem jetzt noch nicht das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, dem ist nicht mehr zu helfen :D Es kommen bestimmt noch mehr Essens-Berichte, denn es gibt noch so viel zu erkunden ^^



Sonntag, 29. März 2015

Imperial Park - Sakura-Time!


Strahlender Sonnenschein, herrlicher Frühlingstag, rauf auf die Räder, runter die Straße bis zum „Bento“-Imbiss, wo japanische Geschäftsmänner Schlange stehen. Laszlo hatte sich sehr darauf gefreut, wieder Bento zu essen: Eine „Lunchbox“, wenn man will, mit einer (großen) Ecke Klebreis, einer Ecke gelb-eingelegtem Rettichgemüse, einer Ecke noch irgendwas Buntes, und einem „Hauptgang“, der in Laszlos Fall aus paniertem Hähnchen auf Gemüse bestand. Ziemlich günstig (für Japan) und sehr praktisch, deshalb auch sehr beliebt. Natürlich gibt es Bento in allen Luxusklassen, vom einfachen Lunch für den beschäftigten Arbeiter bis zur Luxus-Edition. Nur nicht für Vegetarier, jedenfalls nicht in der Arbeiter-Ausführung, und wir schaffen es nicht, uns mit dem Imbiss-Boss entsprechend zu verständigen. Ich glaube, in vielen Köpfen ist es einfach vollkommen undenkbar, eine Mahlzeit ohne Fleisch einzunehmen. Also kaufe ich mir drei verschiedene Reiskuchen im Convenience Store, von denen ich anderthalb essen kann, ohne dabei auf Fischiges zu stoßen. 

1 Reiskuchen ist noch fürs Foto übrig geblieben ;)
 Natürlich essen wir nicht einfach auf der Straße, sondern fahren dazu in den Imperial Garden, Laszlo’s Lieblings-Lunchplatz (quote), was ich total verstehen kann. Es ist ein Park um den Imperial Palace herum, und es ist unglaublich schön! Kaum vergleichbar mit deutschen Parks, auch wenn ich über den Tiergarten nicht meckern kann. 


So vieles in Kyoto ist total pittoresk - ein Wort, dessen Nutzen im deutschen Wortschatz ich bisher nicht begreifen konnte, aber um das ich jetzt wirklich froh bin! Es wird so viel Wert aufs Detail gelegt, aufs Kleine, Künstlerische, jedes Fitzelchen wird ausgearbeitet und muss sitzen. Daher vielleicht auch der Overload an Eindrücken. Die Gärten, natürlich auch der Imperial Garden, sind so kunst- und liebevoll durchdesignt, und die Atmosphäre ist – anders. Natürlich ist da das touristische fröhliche Flattern und Fotografieren, Flanieren und Faulenzen in der superwarmen Frühlingssonne, aber durch die Location und deren einmaliges Design bekommt das Ganze einen sehr märchenhaften, irgendwie filmischen Unterton. 
Gleich 3 "typische" Kyoto-Accessoires: 1. Chirurgenmaske. Die sieht man hier dauernd, entweder weil die Träger erkältet sind und andere nicht anstecken wollen oder weil sie Heuschnupfen haben - 2. Sonnenschirm, weil vornehme Blässe modern ist und die Sonne möglichst kein Fitzelchen Haut berühren sollte (und falls doch, kann man im Drogeriemarkt "Re-Whitening Cream" kaufen. Ihr könnt euch vorstellen, wie "kontaminiert" ich mich fühle.) - 3. Fahrrad :)
Ein plätscherndes Bächlein windet sich durch saftig-grünes Gras, hübsche Büschlein und Pflänzchen wachsen am Ufer, die sich in Farbe und Form wunderbar ergänzen, Steine liegen dekorativ am Ufer und im Strom, manche davon sind so angeordnet, dass man den Fluss auch mit sehr kurzen Beinen überqueren kann, ohne nass zu werden… in nächster Nähe blühen Pflaumenbäume in kräftigem Pink und strahlendem Weiß, und auch die ersten Kirschblüten sind schon offen. Die meisten sind aber noch knospig und werden sich wohl erst in den nächsten Tagen „raustrauen“. Einer der Kirschbäume hat beschlossen, die Verspätung seiner Kollegen für sich zu nutzen, und steht bereits in voller Blüte. Und im Zentrum der Aufmerksamkeit. Damit keiner ihm zu nahe tritt, wurde ein Zaun um ihn herum gebaut, aber nicht etwa irgendetwas Baustellenähnliches, Unnahbares, wie man das in Deutschland erwarten würde, sondern ein hübscher, filigraner Bambuszaun, der, statt die Szenerie zu stören, noch positiv zu ihr beiträgt. Finde ich. Im Hintergrund bilden die dunkelgrünen, duftenden Nadelbäume einen tollen Kontrast zu den rosa Blüten.

Im selben Park befindet sich ein See, umgeben von einem kleinen Schrein, der auf einer auslaufenden Peninsula voller Bäumchen und Zäunchen und Vogelhäuschen steht, und Ufergelände, das an sich schon hübsch aussieht und zusätzlich optisch durch zahlreiche kleine Wasserschildkröten bereichert wird. 
Schildkröten-"Deko" im Parksee

...und noch mehr Schildis! Ich liebe sie :D
Im Wasser schwimmen viele riesige Fische mit Staubsaugermäulern, und fröhlich lachende Kinder füttern sie, die Enten, Tauben und Raben mit Brot. 

komische Staubsaugerfische ;)

Am Himmel kreist ein Adler, der spitze Schreie ausstößt und coole Flugmanöver hinlegt, und da ich dieses Verhalten aus Afrika zu kennen glaube, suche ich nach dem entsprechenden Weibchen – tatsächlich, sie sitzt auf einem Ast und tut so, als würde sie das alles überhaupt nicht beeindrucken. :D
....nein, das ist nicht das Adler-Weibchen, aber trotzdem ein schönes Motiv :)
Laszlos Kommentar zum Imperial Garden lautete so ungefähr: „Das ist noch gar nix, warte erst, bis die Kirschblüten sich öffnen!“ Vor zwei Jahren um diese Zeit standen sie wohl schon in voller Blüte – dieses Jahr müssen wir noch ein paar Tage warten! Ich freue mich schon! Und geschätzte 10.000 asiatische Touristen ebenfalls!
….während ich diesen Bericht schreibe, sind die dunkelrosa Kirschblüten noch immer nicht offen, aber die hellrosa und weißen stehen schon in vollem Flaum! Es ist wirklich unbeschreiblich und natürlich per Foto nicht einzufangen (auch wenn alle es versuchen). Wie ein weißschaumflockiger, zweiter Himmel wölben sich die voll behangenen Äste über einem, und alles ist voller Blüten, Blüten, Blüten. 

Das bezieht sich natürlich nicht nur auf den Imperial Park, sondern auf ganz Kyoto. Kirschblütenbäume („Sakura“) sind praktisch überall und hübschen das Stadtbild zusätzlich auf. Weil die Blüte nur von kurzer Dauer ist, ist das natürlich das ganz Besonderes. Die Japaner feiern "Hanami", ihre Kirschblütenfeste, entweder in Parks oder einfach dort, wo Sakura blühen. Dazu breiten sie unter den Bäumen Matten/Decken aus, und weil die Plätze begrenzt sind, besetzen sie oft schon den Tag oder die Nacht vorher ihre Matte. Man sieht also nicht nur Kirschbäume, sondern auch jede Menge Planen und manchmal sogar Schlafsäcke drunter ;D
Plätze-Reservierer für Hanami (und ich daneben auf meinem Kinderfahrrad ^^)

Wir haben ebenfalls ein(en?) Hanami besucht... doch davon erzähle ich dann beim nächsten Mal (und Frederick ging mit Pickeldi nach Hause). :)